Die Stadtmühle – Geschichte und Gegenwart
Schon um 1306 wird bei Malchin eine Wassermühle, die Krebsmühle, erwähnt. Sie gehörte dem Ritter von Kardorff, der sie in jenem Jahr an das Kloster zu Dargun vermachte. Die Stadt Malchin erwarb sie 1434 und verlegte den Mahlgang von der Zachowmühle dorthin. Erst im Jahr 1875 wurde in Malchin eine Windmühle gebaut, was beweist, dass bis dahin die Wasserkraft für das Kornmahlen ausreichend war. Sie brannte 1909 ab.
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Malchiner Mühle um 1926
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Im Jahr 1881 wurde die Stadtmühle an der heutigen Bundesstraße 104 errichtet. 1912 wurde ein Müllermeister Heinrich Hühnerjäger erwähnt, der mit den Kaufleuten Eduard Cohn aus Stavenhagen und Julius Schultz aus Malchin eine Gesellschaft gebildet hatte. Ab 1920 war dann Wilhelm Freiheit Pächter der Mühle. Nach Aufkündigung des Pachtvertrages von Seiten der Stadt Malchin im Jahr 1950, wurde das Inventar nach Aufgabe des Mühlbetriebes ausgebaut, da es Eigentum der Familie Freiheit war.
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Die Begradigung der Peene in den Anlagen Anfang der 50er Jahre führte zur Absenkung des Wasserpegels um 80 cm, weshalb die Mühle zum Ende des Jahres 1955 ihre Arbeit einstellen musste. In den Jahren danach beherbergte die Mühle einen Druckereibetrieb und Wohnungen. Anfang der 1990er Jahre verlegte sie ihren Produktionsstandort nach Stavenhagen, und auch die Wohnungsmieter verließen kurz darauf das Haus. Schon 1995 rückte das Gebäude als Sitz des künftigen Malchiner Museums in das Blickfeld des Heimatvereins. Doch erst der 1999 gegründete Museumsverein der Stadt setzte den Wunsch vieler Malchiner in die Tat um und begann mit den Sanierungsarbeiten an der Mühle.
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Zur Anlage der Stadtmühle gehören ein großer Hof und ein Stallgebäude. Schon heute wird es teilweise von der Freiwilligen Feuerwehr Malchin genutzt, die alte Gerätschaften dort abstellt. Den Hof nutzt der Museumsverein für Hoffeste. Ein im Jahr 2005 gepflanzter Apfelbaum soll zukünftigen Generationen Schatten und schmackhafte Früchte bieten.
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Der Eigentümer des ca. 5 Minuten vom Stadtzentrum entfernten Gebäudes ist die Wohnungsgesellschaft Malchin (WOGEMA).
Am 19.Juli 1928 wird die neue Peenebrücke an der Mühle dem Verkehr übergeben. In den Jahren 1995 bis 1997 wird die Brücke komplett saniert und wesentlich verbreitert.
Die Turbine in der Malchiner Stadtmühle
Die 1881 gebaute Stadtmühle besitzt auch eine Turbine. Die nach seinem Entwickler benannte Francis-Turbine ist nur über den Hof des Museums zu erreichen; eine Treppe führt hinab zur Peene, von wo man durch eine Tür in den Turbinenraum gelangt. In den letzten Jahrzehnten wurde der Turbinenraum als Fäkaliengrube für die Betriebs- und Wohnräume der Mühle genutzt. Erst bei der Brückensanierung in den Jahren 1995-1997 wurde der Turbinenraum begehbar gemacht. Der Malchiner Lehrer Reinhard Kullick machte sich ab dem Jahr 2000 mit einigen Enthusiasten daran, den Raum für Besucher herzurichten. Eine Sanierung der Turbinenanlage ist zwar angedacht, kann aber vorerst nicht verwirklicht werden.Die Francis-Turbine im Museum in der ehemaligen Malchiner Stadtmühle ist nicht funktionstüchtig.
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Gemessene technische Daten:
Durchmesser Laufrad: 163 cm, Höhe Laufrad: 58 cm, Durchmesser Leitrad: ca. 230 cm, Höhe Leitrad über Boden: 61 cm, Durchmesser der Achse: 12,5 cm

Ob ein spezielles Saugrohr oder ein gemauerter Schacht das die Turbine durchströmende Wasser aufnahm, ist zurzeit nicht erkennbar. Der Turbinendeckel ist in zwei Teile gebrochen. Der Unterwasserzapfen und die Buchse, welche auf dem Turbinendeckel angebracht war, sind noch vorhanden. Gut sichtbar ist auch der Reguliermechanismus. Der Malchiner Museumsverein betreibt das Museum ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden- und Fördergelder. Dabei hat der Ausbau der Museumsräume oberste Priorität. Viele Malchiner Firmen unterstützen den Verein bei diesen Ausbauarbeiten. In sehr ferner Zukunft kann daran gedacht werden, die Turbine wieder gangbar zu machen und vielleicht zur Stromgewinnung für die Museumsräume zu nutzen.
Der Saal im Malchiner Museum
Ein besonderes Schmuckstück des Malchiner Museums ist der Saal im ersten Obergeschoss. Mit viel Liebe zum Detail wurde die alte Bestuhlung im Bauhausstil aus dem Malchiner Rathaussaal vom Neukalener Tischlermeister Wilfried Berndt wieder aufgearbeitet. Der Saal wird zurzeit für wechselnde Ausstellungen und Vereinszusammenkünfte genutzt. Veranstaltungen in der Mühle, wie zum Beispiel Lesungen, Vorträge und Konzerte werden von den Malchinern und deren Gästen sehr gerne angenommen.Gleich neben dem Saal ist ein kleines Zimmer aus der Zeit um 1900 zu bewundern. Hier demonstriert der Museumsverein eine besondere Art der Präsentation. Da die Besitzerin des Mobiliars außerhalb unseres Bundeslandes studiert, überließ sie während dieser Zeit die Möbelstücke unserem Museum.
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Das Radiostudio in der Malchiner Mühle
Am 01.Juli 2003 war der offizielle Start des Aufnahme- und Sendestudios in den Räumen der Malchiner Stadtmühle. Der Offene Kanal „NB-RADIOTREFF 88,0“ richtete in zwei Räumen der zweiten Etage ein Studio ein. Hier kann jeder für jeden „Radio machen“. Die Mitarbeiter des Studios arbeiten eng mit dem Museumsverein zusammen. Bei verschiedenen Aufnahmen, Zusammenkünften und Workshops, stellt der Verein den Saal zur Verfügung. Beim Tag des offenen Denkmals kann der Museumsverein im Gegenzug seinen Besuchern eine musikalische Unterhaltung rund um die Uhr bieten. Bei den Hoffesten profitieren die Gäste des Museums von dieser Zusammenarbeit.
Seit dem 02.Juli 2008 kann man auf der Frequenz 98,7 MHz die Sendungen auch endlich in Malchin empfangen. Ganze fünf Jahre kämpften die Radiomitarbeiter um die Vergabe einer Frequenz für den Bereich Malchin.
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