Die ständige Ausstellung im Malchiner Museum

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Bei der Ausgestaltung der Mühle richtet sich der Museumsverein weitgehend nach der Konzeption des Malchiner „ARCHIV BÖTTCHER“. Es sieht vor, dass im Erdgeschoss ein Basismuseum geschaffen wird. Hier werden Ausschnitte aus allen nur möglichen Bereichen der Malchiner Geschichte gezeigt.

Grafik der Stadtmühle (Norbert Böttcher)

Die Gestaltung des Erdgeschosses ist mittlerweile abgeschlossen. Es werden in unregelmäßigen Zeitabständen Veränderungen vorgenommen, da wir unseren Besuchern gerne neu erworbene Stücke bzw. gespendete Gegenstände, wie z.B. Bilder und Schriften, zeigen möchten. Neben Bildern der Malchiner Maler Professor Fritz Greve, Rudolf Allwardt und Friedrich-Franz Pingel, ist es die Ausstellung über Siegfried Marcus, die Vorstellung des Schmiedehandwerkes und die von Schülern angefertigte Dokumentation über die Malchiner Böttcherei Meysahn, die Sie im Erdgeschoss finden. Viele Kleingegenstände wecken die Erinnerung an längst vergangene Zeiten. So zum Beispiel ein Klavier aus der ehemaligen Malchiner Pianofabrik Tost. Eine Teilausstellung beschäftigt sich mit dem Kriegsende 1945 in Malchin. Hier erfahren Sie, warum Malchin ein so relativ junges Aussehen hat. Einen besonderen Blickfang stellt ein englisches Hochrad aus dem Jahr 1876 dar.  

Das 1.Obergeschoss beherbergt den Saal, der vereinsintern und für wechselnde Ausstellungen genutzt wird. Dem schließt sich ein Zimmer mit Möbeln aus der Zeit um 1900 an. Des Weiteren kann man sich in einem Zimmer aus den 1950er Jahren in die Zeit zurückversetzen und sich die Werkstatt eines Pantoffelmachermeisters ansehen. Die fast originalgetreu aufgebaute Werkstatt zeigt eines der seltensten Gewerke unserer Region.

 

Am 01.Juli 2003 war der offizielle Start des Aufnahme- und Sendestudios, das sich ebenfalls in drei Räumen des ersten Obergeschosses befindet. Der Offene Kanal „NB-RADIOTREFF 88,0“ richtete hier ein Studio ein. Hier kann jeder für jeden „Radio machen“. Die Mitarbeiter des Studios arbeiten eng mit dem Museumsverein zusammen.Bei verschiedenen Aufnahmen, Zusammenkünften und Workshops, stellt der Verein den Saal zur Verfügung. Beim Tag des offenen Denkmals kann der Museumsverein im Gegenzug seinen Besuchern eine musikalische Unterhaltung rund um die Uhr bieten. Bei den Hoffesten profitieren die Gäste des Museums von dieser Zusammenarbeit. Ein Besuch des Studios ist für Gruppen nach Vorabsprache von Montag bis Freitag möglich. 

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Die Pantoffelmacherwerkstatt

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Das 2.Obergeschoss soll einmal ein Spezialmuseum beherbergen, wo der Besucher Detail- und Hintergrundinformationen als Ergänzung zum Basismuseum bekommt. Ein Ausbau dieser Etage ist noch nicht erfolgt.Der Hof wird in den Sommermonaten für Hoffeste genutzt. Kommende Generationen sollen einmal im Schatten des Apfelbaumes sitzen und den Blick auf die Ostpeene, die im Bereich der Mühle den Namen Mahlpeene trägt, genießen. Der Turbinenraum ist nur vom Hof aus zugänglich. Bei Interesse können Sie gerne einen Blick auf die nicht mehr funktionstüchtige Francis-Turbine werfen. Die Sanierung des Stallgebäudes auf dem Hof wurde im Jahr 2006 abgeschlossen. Hier hat schon jetzt die Freiwillige Feuerwehr Malchin einige alte Gerätschaften untergestellt. Zurzeit wird der Stall bei Hoffesten genutzt, wenn das Wetter dem Museumsverein nicht wohl gesonnen ist. Für den geräumigen Stallboden gibt es schon gewisse Vorstellungen, wo wir hoffen, sie in den nächsten Jahren verwirklichen zu können.

Zur Geschichte des Malchiner Museums von 1877 bis heute

Schon im Jahr 1877 gründete sich in Malchin ein Museumsverein. Ob auch Räumlichkeiten in der Stadt für Ausstellungen genutzt wurden, lässt sich zurzeit nicht ermitteln.

Im Jahr 1923 kam der Lehrer Hermann Berg in unsere Stadt. 1861 in Glashütte bei Alt Schwerin geboren, sah er in seiner Lehrtätigkeit seine Berufung und besuchte das Lehrerseminar in Lübtheen. In den folgenden Jahren war er Dorfschulmeister in Köckwitz, Liessow, Nantrow und Nossentiner Hütte. Er gilt als Gründer des Malchiner Heimatmuseums. 1927 wird er nach 45 Dienstjahren in den Ruhestand versetzt und widmet sich fortan ganz seinen Forschungen. Sein Spezialgebiet war die Blitzspurenforschung. Nach monatelanger Krankheit starb er 1932 im 72.Lebensjahr.

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    Hermann Berg

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"Der Grundstock des Heimatmuseums ist eine Lebensarbeit unseres weit über die Grenzen unseres Heimatlandes hinaus bekannten Altertumsforschers Herrn Lehrer Berg. Diejenigen, die bereits einen Blick in die große Sammlung tun konnten, wissen, welchen unermesslichen Schatz unsere Stadt mit der Berg´schen Sammlung erworben hat." (aus der Festschrift des Malchiner General - Anzeigers zur Einweihung des Rathauses vom 16. Juni 1927).In drei Räumen im zweiten Obergeschoss waren eine prähistorische, eine kulturhistorische und eine geologische Abteilung untergebracht. Diese Sammlung Hermann Berg´s wuchs durch vielfache Stiftungen aus dem Einwohnerkreis rasch zu einem reichhaltigen Museum heran, "das in schnellsteigendem Maße die Beachtung Einheimischer und Fremder findet. Einzelne Stücke, z.B. die Blitzröhren und die durch Ausgrabungen gewonnenen Gefäße, dürften in Mecklenburg einzig dastehen." (aus den Mecklenburgischen Monatsheften, V.Jahrgang, 1929, Mai)

Bis zum Jahr 1966 war das Heimatmuseum im Malchiner Rathaus untergebracht.

Laut schriftlicher Aufzeichnungen war dieses Malchiner Schmuckstück bis zum Winter 1945 zu besichtigen. Nach den Kriegswirren und deren Nachwirkungen waren 1955 im August die Bemühungen ehrenamtlicher Mitarbeiter und Kulturbundmitglieder so weit gediehen, dass ein Flugblatt mit dem Aufruf "Malchin soll wieder ein Heimatmuseum bekommen!" erschien. Darin wurden die Bürger gebeten, alles, was aus der Vergangenheit der Stadt und des Kreises Malchin erzählen kann, dem Museum in Obhut zu geben. Sehr emsig waren in dieser Zeit der Abteilungsleiter Finanzen beim Rat der Stadt und ehrenamtlicher Museumsmitarbeiter, Herr Karl Post, und der ehrenamtliche Museumsleiter Herr Georg Reisener, beide Kulturbundmitglieder. Vor allem ihrem Wirken ist die Wiedereröffnung im Dezember 1955 zu verdanken. Die erste Eintragung im Gästebuch des Heimatmuseums, vom 11.Dezember 1955, lautet: "Möge das Heimatmuseum das werden, was es sein soll: eine Bildungsstätte für unsere werktätigen Menschen und besonders für unsere Jugend; möge es mit dazu beitragen, die Liebe zur Heimat in ihnen zu wecken...“1958 stand den beiden für 31/2 Monate ein Museumsassistent zur Seite, der dann aber nach Weimar versetzt wurde. In jenem Jahr hatte das Museum übrigens 1400 Besucher. Forschungsarbeiten hatten den Blaudruck, die Glashütten im Kreisgebiet und die Malchiner Zinngießer zum Ziel. Bis zum Jahr 1966 folgen Eintragungen in das Gästebuch des Museums, fast immer mit positiven Kommentaren. Noch im September bedanken sich Besucher für eine interessante Führung bei Herrn Reisener. Doch bereits im Oktober ist folgende Eintragung vermerkt worden: "Wir haben heute das Museum Malchin besucht und sind enttäuscht, dass diese Einrichtung für die Bevölkerung nicht mehr geöffnet ist. Es wäre zu überlegen, ob der Rat der Stadt nicht doch eine Möglichkeit findet, um diesen Zustand zu verändern.“ Damit enden die Eintragungen.

  

Das Malchiner Wappen auf einer alten Postkarte

Die Einwohner, Gäste, Schüler der Stadt und ihrer Umgebung, Wissenschaftler und Studenten suchten das Museum auf und nutzten diese Art der Wissenserweiterung und Forschung. Zwischen der Akademie der Wissenschaften und dem Museum bestand ein enger Kontakt, v.a. beruhend auf dem alten bäuerlichen Gerät und dem Brauchtum. Dem allen wurde durch einen Ratsbeschluss der Stadt Malchin ein Ende gesetzt: die drei Räume wurden dem Wehrkreiskommando zur Verfügung gestellt, ein Einspruch dagegen erwies sich als nichtig. Die vorhandenen Ausstellungsstücke wurden auf den Rathausboden geschafft und dort in einem größeren verschließbaren Raum untergebracht. Zwar stellte der Rat der Stadt dem Museumsleiter die Beschaffung von Räumen zum Beginn des Jahres 1968 in Aussicht, doch wurde auch daraus nichts. Die vorgesehenen Räume des Hauses Schweriner Straße 21 wurden zu Wohnungen ausgebaut.Im Verlauf der vergangenen Jahre kam noch ein Bodenraum als Aufbewahrungsort hinzu, nach der Wende 1989 ein weiterer - doch das änderte nichts daran, dass seit 25 Jahren keine Museumsarbeit im eigentlichen Sinne in Malchin mehr möglich war. Daher auch das Nichtvorhandensein einer Inventarisation, mit der man schon damals im Rückstand war. Es ist lediglich ein von 1955 bis 1966 geführtes Buch auffindbar, in dem vermerkt wurde, welche Gegenstände dem Museumsfundus durch Fund, Geschenk, Leihgabe usw. zugeführt wurden. Leider gab es nur eine laufende Nummerierung, die mit den auf einigen Gegenständen vorhandenen Nummern nicht übereinstimmt bzw. sich nicht oder nur sehr schwer nachvollziehen lässt, um welches Stück es sich handelt. So ist es auch nicht ganz einfach zu sagen, diese und jene Stücke fehlen. In den Erinnerungen der Menschen sind sie noch vorhanden, beweisen aber lässt sich kaum etwas. Trotzdem ist nicht zu übersehen, dass im Wirrwarr der Jahre einige, vielleicht auch recht wertvolle, zumindest aber ideell unwiederbringlich verlorene, Gegenstände abhanden gekommen sind.

Im Schuljahr 1970/71 arbeitete Herr Dr. Hube mit Schülern einer 9.Klasse der EOS im "Museumsdepot"; sie katalogisierten die schriftlichen Unterlagen, v.a. Bücher und Zeitungen. Die Gruppe arbeitete immer montags in zwei Räumen (jetzige Kämmerei), aber eines Montags waren die Räume verschlossen, die Unterlagen auf den Boden verbracht - ohne Angabe von Gründen. Ein trauriges Ende für eine enthusiastische Schülergruppe. Einige kleinere Aktivitäten folgten, schliefen aber meist bald wieder ein. Ein Signal zur Schaffung eines Heimatmuseums sollte mit der Sonderausstellung "Malchiner Museum" im September 1990, die auf eine Initiative des Kulturbundes e.V. , an erster Stelle sei hier Herr Zahn genannt, zurückging, gesetzt werden. Eine Woche lang waren erstmalig seit über 20 Jahren Exponate der Öffentlichkeit zugänglich. Die Ausstellung wurde mit Freude aufgenommen und fand viel Lob und Anerkennung. Mehr Glück als ihre Vorgänger hatten dann im Schuljahr 1990/91 sieben Schüler der 11.Klassen, die wiederum unter Leitung von Herrn Dr. Hube aktiv auf dem Rathausboden mitarbeiteten. Sie katalogisierten alle Bücher, säuberten einen Großteil der noch vorhandenen Gegenstände, legten darüber eine Kartei an, zeichneten und fotografierten - eine große Hilfe für die damalige ABM Aufbauleiterin Museum, Frau Romanus. Ihre Hauptarbeit bestand erst einmal in der Sichtung und Sicherung, Erfassung und Reparatur des Fundus. Viel Kleinarbeit wurde getan - nach außen nicht immer sichtbar.

Eine Ausstellung mit Museumsgegenständen aus Haushalt, Handwerk und Gewerbe, die vom 07.-09.September 1991 im Gemeinderaum der St. Johanniskirche zu sehen war, war ein weiteres Mosaiksteinchen, um das ehemalige Museum vor dem Vergessen zu bewahren. Über 300 Besucher und 32 Schulklassen nutzten diese Möglichkeit, "Geschichte" in die Hand nehmen zu können.Es folgten noch weitere Ausstellungen im Gemeinderaum der Kirche. Der 1991 gegründete Heimatverein machte es sich zur Aufgabe, seine ganze Kraft für die Schaffung eines Museums einzusetzen. Waren es vor der Wende 1989 die „Raumfrage“, die unüberwindlich schien, so war es danach die „Geldfrage“, die ein Museum verhinderte. Verschiedene Gebäude der Stadt wurden für die Aufnahme des Museums begutachtet. Auch der von einem gemeinnützigen Förderverein sanierte Wasserturm kam als Standort in Betracht.

Erst der 1999 gegründete Museumsverein widmete sich ganz der Schaffung eines Museums. Man entschied sich im selben Jahr für die Räumlichkeiten der ehemaligen Stadtmühle als Museum. Im Jahr 2000 konnten den Besuchern die ersten sanierten Räume im Erdgeschoss präsentiert werden. Durch die Hilfe vieler Handwerker aus Malchin und Umgebung wurde in Malchin eine Einrichtung geschaffen, die die Geschichte ihrer Stadt bewahrt und zugänglich macht. Heute ist das Museum in der Stadtmühle zu Malchin ein fester Bestandteil der Kulturlandschaft unserer Stadt. 

 

 Malchiner Museum im Frühjahr 2007