Malchiner Handwerk im Museum
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Ein besonderer Anziehungspunkt im Malchiner Museum sind die Darstellungen zum Handwerk in unserer Stadt. Mit viel Liebe und Enthusiasmus haben die Schüler der ehemaligen Malchiner Blumenschule unter Leitung von Andreas Teggatz besondere Handwerksberufe dokumentiert und für das Museum aufbereitet. Ihnen verdanken wir auch die Computerpräsentationen in unserem Haus. Diese Arbeit setzt der Pädagoge mit Schülern aus derRegionalen Schule „Siegfried Marcus“ Malchin fort.
Als so genannte mecklenburgische Ackerbürgerstadt waren auch die Handwerker in der Stadt zahlreich vertreten. Über die Jahrhunderte bildeten sich die verschiedensten Zünfte in Malchin. Eine eindrucksvolle Dokumentation des Malchiner Handwerks hält der Rathaussaal der Stadt für seine Besucher bereit. Hier schmücken in einer einzigartigen Arbeit 72 Malchiner Zunftzeichen die Wände des Saales. In der Malchiner Stadtinformation in der St. Johanniskirche können Sie sich für eine Führung durch das Rathaus mit seinem Saal melden.
Die Schmiede im Museum
Seit dem 28.August 2003 zählen der Nachbau einer Schmiede und die Präsentation der Werkzeuge zu den Besuchermagneten des Museums. Die Jugendlichen der Malchiner Blumenschule haben viel Einfallsreichtum an den Tag gelegt, um in dem neu hergerichteten Museumsraum das echte Flair einer Schmiedewerkstatt zu verbreiten. In ihrem Projektkurs konnten sie dabei auf die Hilfe des Malchiner Schmiedemeisters Siegfried Heitling setzen.

Siegfried Heitling mit Schülern der Blumenschule (Foto: Th. Koch)
Er hat die Schüler fachmännisch beraten und jede Menge Utensilien aus seinem Betrieb zur Verfügung gestellt. Neben vielerlei Schmiedewerkzeug und einem Amboss ist auch das originale Meisterstück des Malchiner Meisters, eine halbe Kutschwagenachse, ausgestellt. Herr Heitling zollte den Schülern für die nachgebaute Esse großes Kompliment und freut sich, dass sein Berufszweig auf diese Weise gewürdigt wird. Im Ausstellungsraum ist auch ein Computer aufgestellt, auf dem sich die Besucher einen Film über die Arbeitspraxis in der Malchiner Schmiedewerkstatt ansehen können.
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Pantoffelmacherwerkstatt im Malchiner Museum
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„Heute gibt es im Baumarkt Holzpantoffel für 29 Euro. Die sind aber nicht so gut wie die, die wir gemacht haben.“ Die dies sagt ist Frau Ilse Quiatkowski; und sie muss es wissen. Viele Jahre hat sie an der Seite ihres Mannes besagtes Schuhwerk hergestellt. Dem Handwerk des Pantoffelmachens widmet der Malchiner Museumsverein einen weiteren Ausstellungsraum in der Stadtmühle.

Die Werkstatt des Malchiner Handwerkers, die sich in der Walter-Block-Straße befand, wurde fast originalgetreu im Museum wiederaufgebaut. Die Malchiner Lehrer Andreas Teggatz und Michael Schmidt verwirklichten mit zeitweise 15 Schülern der Blumenschule dieses Projekt. „Das größte Problem“, so Andreas Teggatz, „stellte die Herstellung der Authentizität dar.“ Trotzdem schafften es die Schüler und Pädagogen in neun Monaten den Raum so zu gestalten, als ob der Meister gerade mal eben seine Werkstatt verlassen habe. Unterstützung erhielten die Ausstellungsmacher vom Malchiner ARCHIV BÖTTCHER.Jährlich wurden zwischen 3500 und 4000 Holzpantoffel produziert; damals zum Preis von 3,45 bis 4,05 DDR-Mark. Horst Quiatkowski, der 1956 die Werkstatt von seinem Schwiegervater Willy Nehls übernahm und ein Jahr später seine Meisterprüfung absolvierte, war auch ein leidenschaftlicher Imker. So findet man in der nachgebauten Werkstatt auch einige Imkerutensilien, die einfach zum Interieur des Raumes gehören. Die Arbeitsspuren der vielen Jahre sind am Tisch und der Werkbank unübersehbar: vom „Messer wetzen“ und dem „Krampen aufnehmen“ zeugen einige Vertiefungen im Holz.
Kommen auch Sie und erleben Sie den Charme und den Geruch dieser alten Pantoffelmacherwerkstatt.
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Die kleine Böttcherei
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Der kleinste Ausstellungsraum zeigt einen Ausschnitt aus dem Böttchereihandwerk der Malchiner Firma Meysahn. Seit über 300 Jahren wirkt diese Firma in unserer Stadt und stellte Butter-, Bier- und Weinfässer, Waschzuber, Eimer und Wannen her. Das Unternehmen wurde am 21.Januar 1692 vom Böttchermeister Michael Meusal gegründet. Die Familie, deren Vorfahren sich bis zu den Hugenotten zurückverfolgen lassen, wanderte damals aus Frankreich aus. Um 1920 zählte die Böttcherei 24 Angestellte. Fachkundige Unterstützung bei der Gestaltung dieser Ausstellung erhielten die Schüler der Malchiner Blumenschule von Horst und Frank Meysahn. Zu sehen sind eine Reihe alter Urkunden und vor allem Gerätschaften, die heute größtenteils nicht mehr im Malchiner Betrieb verwendet werden, da mittlerweile aus der Böttcherei eine Tischlerei geworden ist. Eine hervorragende Böttcherarbeit ist das 1967 von Horst Meysahn gefertigte Weinfass. Im Jahr 1998 übernahm dessen Sohn, Frank Meysahn, die Geschäfte der Firma. Sie können in dieser Miniböttcherei gerne einmal Platz nehmen und ein Holzstück auf der Werkbank mit dem Zugmesser bearbeiten.
